Reiseberichte Teil 5

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Rätsel, Schluchten, Wasserfälle, Traumzeit

Hallo Ihr Alle!

Heute will ich die Mail mal mit einem Bilderrätsel beginnen. Was haben die beiden Fotos miteinander zu tun?

Keine Ahnung sagt Ihr? Die Auflösung findet Ihr am Ende der Mail.

Katherine

Die letzte Mail kam aus Katherine. Am Morgen noch ein Bad in der warmen Quelle in Mataranka (34 Grad). Und dann nach Katherine. Dort haben wir uns zwei neue Reifen montieren lassen und dann die Stadt erkundet, eingekauft und den Rest des Tages faul am Pool gelegen, um dann am Samstag noch das Heimatmuseum aufzusuchen. Neben all dem Zeug aus der Geschichte der letzten 150 Jahre gab es einen spannenden Film über das Hochwasser in Katherine 1998, als die Stadt 3,5 m unter Wasser stand. Zur Erklärung: Der Pegel an der Eisenbahnbrücke zeigte am Freitag gute 2,5 m. Die höchste Marke an der Brücke ist 20 m und dann noch mal 3,50 m drauf und ihr wisst wie viel Wasser das sein muss. In diesem April waren es nur 20 m, also nicht so viel Wasser in der Stadt…

Das Wasser kommt insbesondere aus der Nitmiluk Schlucht (Katherine Gorge), die eigentlich aus 16 Schluchten oberhalb der Stadt besteht. Und da haben wir eine vierstündige Bootstour in 3 Schluchten gemacht. Beeindruckend! 100 m tief hat sich das Wasser hier in den Sandstein gefressen, gespeist in einem Hochplateau, bevor es dann durch Katherine weiter Richtung Meer strömt. Jetzt in der Trockenzeit zwar fast unspektakulär wenig, aber dafür mit dem Boot befahrbar. Zwischen den einzelnen Schluchten immer wieder Stromschnellen, mit Felsen, Auswaschungen und auch Umsteigen ins nächste Boot.

Am Sonntag ging es dann weiter nach Norden.

Kakadu Nationalpark

Was denn Kakadu Nationalpark so besonders macht ist schwer in Worte zu fassen. Die einmalige Vielfalt an Vegetation, Tierwelt und Menschheitsgeschichte, die sich darin widerspiegelt, dass der Nationalpark sowohl zum Weltkulturerbe als auch zum Weltnaturerbe der UNESCO erklärt wurde.

Wir waren nicht zum ersten Mal hier, so dass wir insbesondere natürlich Sachen angeschaut haben die wir beim letzten Mal ausgelassen hatten, weil sie noch geschlossen waren. Los ging es mit Maguk, einem idyllischen Pool, gespeist von einem Wasserfall, ziemlich ab vom Schuss, Palmenumsäumt. Dort sind auch die beiden Rätselbilder entstanden (und die Auflösungsbilder weiter unten auch…;-).

Nach der Übernachtung in Cooinda, an den Yellow Waters wo wir dieses mal keine Bootstour gemacht haben, aber trotzdem das obligatorische Touristencroc am Anleger sahen und eine ca. 1m lange, dünne, gelbe Schlange die sich erst ziemlich spät vom Weg verzogen hat. Na ja, drauf getreten ist Klaus nicht, aber so ganz viel hat auch nicht gefehlt. Wir konnten sie dann noch eine Weile beim Wegschlängeln beobachten.

 

Der Weg führte uns dann über 65 km Ruckelpiste, mit 20 km richtiger 4WD Road, inklusive spektakulärer Wasserdurchfahrt (1,20 m tief, nur für Fahrzeuge mit Schnorchel), zu den Twin Falls. Mittlerweile muss man 1 km Bootsfahrt dort hin machen und darf dort nicht mehr baden! Die ausgelegten Krokodilfallen erklären auch schnell warum. Und es sind „Salties“, also die großen, gefährlichen Krokodile, die auch im Salzwasser leben können. Nebenbei auch ein paar Süßwasserkrokodile, die aber ungefährlich, weil scheu, sind.

Na die Wasserfälle und die Umgebung waren den Abstecher auf jeden Fall wert. Gut 100 m fällt das Wasser jetzt in der Trockenzeit, nicht übermäßig viel, aber speist trotzdem einen großen Pool, mit riesiger Sandbank und den Fluss. Die Jim Jim Falls sind trocken in dieser Jahreszeit, so dass wir die Tour dahin nicht gemacht haben. Die Fälle kommen vom Hochplateau des Arnhemland herunter, bilden die einmalige Landschaft des Kakadu N.P. mit Palmen, Outbacklandschaft (Gras, Eukalyptus, Trocken) und dann die Wetlands, in denen es vor Wassergetier und Anrainern nur so wimmelt, um dann in die Timor See an der Nordspitze Australiens zu münden.

 

Auf dem Rückweg zum Highway noch ein ordentliches Buschfeuer bevor wir die Felsen von Nourlangie erreichten. Gut 9.000 Zeichnungen und Bilder der indigenen Einwohner Australiens (so nennen die das hier offiziell), also der Aboriginies, zieren die Felsen (Umfang 12 km). Sie sind eines der bedeutendsten Heiligtümer und haben sehr viel mit der Schöpfungsgeschichte in der Traumzeit zu tun. Allein die Erscheinung dieser Felsen ist beeindruckend, und dann eben noch die Zeichnungen und Felsmalereien, die zum Teil über 10.000 Jahre alt sind (da sind unsere Vorfahren auch noch mit der Keule durch den Busch gejagt). Spannend auch zu sehen, wie Eindringlinge (früher aus Indonesien und der Südsee, später die Europäer) in den Bildern auch Erwähnung finden.

Der Tag endete in Jabiru. Einer Stadt die für die nahe gelegene Ranger Uranmine 1981 gegründet wurde. Unter dem Kakadu N.P. und östlich angrenzenden Arnhem Land liegt jede Menge von dem Zeug, neben anderem ungesunden Kram, was auch die Ureinwohner schon lange erlebten, und manchen Landstrich als gefährlich krankmachend beschrieben. Letztendlich hat aber gerade der Kampf gegen die Ausweitung des Uranbergbaus dafür gesorgt, das die Ureinwohner Rechte und Mitsprache bekamen, Minen nicht gebaut wurden und am Ende sehr viel Land zurück an die verschiedenen Stämme ging. In der letzten Zeit gibt es aber wieder Unruhe. Die derzeitige Regierung versucht die Schraube zurückzudrehen, und es ist abzuwarten wie es weitergeht. Ohne Frage, diese Menschen haben es irgendwie geschafft unsere Kultur sich nicht überstülpen zu lassen. Entweder sie haben es geschafft ihre Wege zu gehen – oder aber die Flucht in den Alkohol… Am Ende werden sie immer noch als Menschen zweiter Klasse behandelt…

Jumping Crocodiles

Jumping Crocodiles – Springende Krokodile – das preisen zahlreiche Prospekte unterwegs an. Ich wusste was uns erwartet und konnte Klaus leicht davon überzeugen einen Abstecher dorthin zu machen. Und es war ein Erlebnis. Wir hatten das Glück einen kleinen Touroperator zu erwischen, und somit saßen wir kurz darauf in Streichelnähe zu den „Bestien“. Aug in Aug mit dem oberen Ende der Nahrungskette ;-) Keine Ahnung? Na die Bilder zeigen es. Mit einem Boot auf den Adelaide River und dann bindet der Guide ein Stück rohes Büffelfleisch an eine Schnur, die an einer Stange hängt und lässt die Krokodile danach hüfen, die drum herum im Fluss leben. Das klappt wunderbar, und die Viecher kommen fast auf zurufen zum Boot geschwommen. Ein irres Schauspiel.

 

Darwin – das Ende der Reise naht

Nicht nur das wir heute das Ende des legendären „The Ghan“ (der Zug fährt von Süd nach Nord durch Australien, seit ein paar Jahren auch die letzten 1700 km von Alice Springs hier hoch) besichtigt haben, natürlich auch den Anfang, und Klaus in Endzeitstimmung das Auto im Indischen Ozean versenken wollte.

Sondern so langsam nähert sich auch das Ende der Reise. Noch knapp zwei Tage hier oben, Stadt besichtigen, einkaufen, Auto abgeben, dann noch ein Tag ins (nervige Touristenkaff) Cairns, Flug nach Tokio, Übernachtung dort und zurück nach Deutschland.

Heute, am Mittwoch, ein bisschen Shopping in `ner großen Mall und in der Touristen-Souvenir-Ramsch-Fußgängerzone. Und ich wusste wieder nichts einzukaufen…

Außerdem das Museum des Northern Territory (mit Sweatheart dem „Killer“ Krokodil, tollen Bildern und einer großartigen Ausstellung über den Zyklon „Tracy“, der Darwin 1974 fast dem Erdboden gleichgemacht hat) besichtigt. Und auf der Fishermans Wharf (einer Schiffsanlegestelle im Hafen) abgehangen. Ach, und unseren Frühstückskumpanen seht ihr auch auf einem der Bilder.

Macht’s gut, vielleicht melden wir uns noch mal von unterwegs, ansonsten natürlich demnächst mehr Bilder und diese Mails unter http://www.igeling.de.

Euer

Igeling, Klaus und Olaf

P.S.: Auf der nächsten Seite die Auflösung des Bilderrätsels…


Rätselauflösung

In Kurzform: Das erste Foto am Anfang der Mail zeigt das letzte Foto meiner Digitalkamera. Das zweite Foto (zeigt einen Schraub- und Rettungsversuch…

Mit anderen Worten: Ich werde mich demnächst mit dem Kauf einer neuen Digitalkamera befassen, denn meine hat ein unsanftes Vollbad auf dem Weg zum Wasserfall in Maguk nicht überstanden. Auf rutschigem Stein klassisch ausgerutscht und ins Wasser geplumpst, inklusive Daypack. War erfrischend aber so nicht gewollt und unangenehm schmerzhaft. Auch wenn meine rechte Kamerahand lange oben blieb, irgendwann war sie dann doch fünf Sekunden unter Wasser. Und da die Kamera angeschaltet und heiß war hat sie auch gleich ordentlich Wasserdampf und Kurzschlüsse produziert und geht nicht mehr!

Was lernen wir daraus? Für Unterwasseraufnahmen die Kamera vorher rechtzeitig ausschalten, damit sie abkühlen kann!

Zum Glück haben wir Klaus seine Kamera auch noch dabei ;-)