Reiseberichte Teil 2

Homenach oben Teil 1Teil 2Teil 3Teil 4Teil 5Teil 6

Hallo Ihr hier nicht Anwesenden !

Ein paar Tage sind wieder vergangenen, diese Zeilen schreibe ich Sonntagabend.

Das „leichte“ Brennen auf den Schultern bei mir klingt langsam ab, nächstes Mal schmiere ich `nen Liter mehr Sunscreen auf die Schultern.

Es ist frisch draußen – ich sitze hier ganz „Aussie-like“, also mit kurzer Hose, Kniestrümpfen und Fleecejacke in 800 m Höhe, in Atherton, in den Atherton Tablelands, knapp 50 km südwestlich Cairns. Die 16 Grad Außentemperatur fühlen sich an wie Frost, wenn tagsüber die Sonne vom knatschblauen Himmel scheint hat’s` dreißig Grad. Dafür ist aber wieder der supergeniale Sternenhimmel zu sehen.

Heute Abend kein Bier! Sondern zur Abwechslung mal ein fruchtiger australischer Weißwein und die kleine Milky Bar with Brown Cookies (Insider wissen Bescheid – es gibt sie aber nur noch als kleine Riegel, wird also kein 5 kg Übergepäck deswegen geben…), nach einem leckeren Roastbeef-wrap beim Schotten McD.

Noch mehr Reef

Zur Ergänzung noch ein paar Bilder von unserem Ausflug ins Reef. Als Beleg wie ich mich als Schnorcheler mache und um das Bordleben zu zeigen. Der Rest stand ja schon in der vorherigen Mail.

 

Ach – und dann war da noch dieses cool bemalte Wohnmobil auf dem Campingplatz in Cape Tribulation. Das will ich Euch natürlich auch nicht vorenthalten.

Die Karre ist von „wickedcampers“, einer Firma die ältere Campervans und Autos zu sehr günstigen Kursen vermietet. Die Fahrzeuge sind meist kunterbunt angemalt und manchmal auch heftig beschriftet – halt „Zielgruppengerecht“ ;-)

 

Ach und den Campingplatz in Cape Tribulation, auf einer Lichtung im Regenwald des Daintree N.P. will ich Euch natürlich auch nicht vorenthalten.

Strom vom Generator, Trinkwasser aus aufgefangenem Regenwasser, aber um die Ecke auch gleich der Shop in dem ich das Notebook ans Netz koppeln konnte – Gegensätze wie überall hier im Land.

Der Bloomfield Track nach Cooktown

Gestern, am Samstag sind wir dann auf dem Bloomfield Track in Richtung Norden weiter gefahren. Der Track, unsealed – also Schotterpiste, geht über gut 150 km zwischen Küste und den über 1000 m hohen Bergen durch den Daintree N.P., als er Anfang der 80er gebaut war gab es viel Streit, der auch heute noch nicht abgeebbt ist. Einer der letzten erhaltenen ursprünglichen und 200 Millionen Jahre alte Regenwälder, von der UNESCO geschützt, den Firmen und Geschäftsleute natürlich gerne ausbeuten würden, aber wo auf einem ganz kleinen Gebiet unzählige Tier- und Pflanzenarten vorkommen, die es sonst kaum oder gar nicht mehr zu sehen gibt. Nun gut, der Track ist da, nur für 4WD Cars erlaubt und nicht sehr viel Verkehr, jetzt in der dry-season (Trockenzeit von Mai-November). In der „Wet“ sowieso unpassierbar! Auf jeden Fall war es ein Erlebnis, die Piste schraubt sich von der Küste hoch, Flussdurchfahrten, dichtes Dach aus Blättern, immer wieder durchscheinende Sonne, manchmal schwer etwas zu erkennen, durch den ständigen Wechsel von hell zu dunkel, und zwischendurch viel Staub, wenn dann doch mal ein Auto vor einem fährt. Stopp haben wir bei den Bloomfield Falls gemacht, die für die Ureinwohner, wie eigentlich jede Landmarke oder Landschaft eine Bedeutung haben.

Und später dann bei der Mungumby Lodge. Einer Lodge, weit ab des Track, im Regenwald, vor 150 Jahren ein Basecamp für eine Tinmine, dann Farm und seit 20 Jahren eine Lodge, mit 24 Betten, in Hütten, und einem Haupthaus, wie ich es mir in einem guten Film aus der Kolonialzeit um 1900 nicht besser vorstellen könnte. Als wir dort einen Kaffee getrunken haben (frisch gebrüht), hat uns der Wirt einiges über die Gegend und die Lodge erzählt, einen Walk zu den Hidden Falls empfohlen und einfach alles gezeigt – war ein komisches Gefühl, der Laden war ganz leer, am A… der Welt, aber voll betriebsbereit, sicherlich treffen sich da sonst die Drogenbarone aus Sydney oder Führer der Rohstoffkonzerne und ganz ungestört und abgeschottet, aber supernobel zu tagen. Na auf jeden Fall war der Walk zu den Hidden Falls die Wucht. Und wenn wir 50 m ohne die roten Schnüre als Markierung in den Wald gelaufen wären, uns dreimal gedreht hätten, würden wir wahrscheinlich jetzt noch durch den Wald irren. Dichter, hoher Regenwald…

 

Cooktown

Als Captain Cook im Mai 1770 an der australischen Ostküste Richtung Norden segelte (vorher hatte er u.a. schon Neuseeland erkundet), lief sein Schiff, die Endeauvor, kurz hinter

 

 

Cape Tribulation (der Name zeugt davon das Cook und seine Leute ab hier Tribut zollen sollten) in ein Riff und wurde schwer beschädigt. Nur durch abwerfen von gut 50 Tonnen Ballast, Kanonen, Anker, etc. bekamen sie das Schiff frei und segelten weiter nach Norden in die Mündung des dann Endeauvor River genannten Flusses, um das Schiff auf Grund zu legen und zu reparieren. Die Anker und Kanonen die sie damals abwarfen wurden vor 20 Jahren gehoben und liegen unter anderem im Cook Museum in Cooktown. Nach Cook seiner Visite, Begegnung mit Ureinwohnern und der ersten Sichtung und Beschreibung von Kängurus war für hundert Jahre Ruhe. Dann wurde ca. 100 km südwestlich Cooktown, am Palmer River Gold gefunden und die Stadt Cooktown boomte. Ein großer Hafen, mit 3 Piers wurde gebaut, eine Feste angelegt, um eine mögliche russische (!) Invasion abzuwehren, es gab 65 Hotels, ein Bischofssitz wurde eingerichtet, Eisenbahn gebaut, etc. Die nächste größere Stadt, Brisbane, war 1800 km entfernt. Davon ist heute kaum noch etwas zu sehen. Ein paar Reste der Piers, ein paar ältere Häuser und sonst ein verschlafenes nettes Nest, das erst seit diesem Jahr über eine vollständig asphaltierte Straße durchs Inland nach Cairns und in den Süden verbunden ist. Ein vom Reißbrett stammendes Straßenbild, alles grün, blauer Himmel, weiße Strände, grünblaues Meer – ein Kleinod am Ende der Welt, oder kurz davor. Also alles erkundet, den Grassy Hill, der damals halt grasig war als Cook drauf stand, das Cook Museum, und die dreieinhalb Shops die es dort gibt, und ein richtig gutes Frühstück am Sonntagmorgen an der Hauptstraße.

Richtung Süden

Von Cooktown sind wir heute morgen wieder Richtung Süden aufgebrochen, die Tour zum Cape York, gut 1000 km gravel Road hin und zurück, sparen wir uns für andermal auf, so viel Outback und Abenteuer soll’s noch nicht sein, das werden wir noch später auf dem Weg nach Darwin haben.

Also auf der Inlandsroute über Palmer River (da waren die Goldfelder, die Cooktown groß machten) bis nach Atherton, wo ich jetzt sitze und es jetzt nur noch 11 Grad hat. Unterwegs tolle „Lookouts“, Outbackstraße, sonderbare Gefährte an den Roadhouses und in Atherton, Kunst auf dem Stadtberg-

Schluss für heute!

 

 

 

 

Atherton Tablelands und der Waterfall Circuit

Heute, am Montag, sind wir (nach der kühlen Nacht mit 10°C) von Atherton durch die gleichnamigen Atherton Tablelands gekurvt. Eine zwischen 700 und 1000 m hohe Ebene, fruchtbaren Farmlands, durchzogen von Tälern, Hügeln, Flüssen und Wasserfällen, kleine Farmen, Wälder, … und Vulkankrater.

Na ja, und eben die weltberühmten Milla Milla Falls, die in keinem Australienprospekt fehlen dürfen ;-)

Danach ging es dann spektakulär runter wieder an die Pazifikküste nach Innisfail. Da ist dieses Frühjahr ein heftiger Zyklon durchgezogen. Man sieht es noch heute, die Dächer auf den Häusern noch immer mit Planen geflickt, manche Häuser ganz zerweht und die Wälder, Palmenstrände und Gärten total zersaust, entwipfelt, kaputt.

South Mission Beach

Heute Abend sind wir in South Mission Beach auf `nem Campingplatz direkt am Strand. Vorhin noch einen ausgiebigen Walk gemacht, dann das fast schon obligatorische Grillen zum Abendessen, Hier in Australien gibt es überall in Parks, auf Rastplätzen und natürlich auch auf den Campingplätzen BBQs also Orte „to have a barbie“. Gas- oder Elektrogetriebene Grills, eine Edelstahlplatte auf der man Fleisch, Würste und Zwiebeln schmoren lässt. Einfach, schnell und gut zum Abendessen bereiten.

Nun noch diese Mail fertig geschrieben, und ab damit in die Ferne.

Ab Morgen geht es dann westwärts Richtung Gulf Savahnnah Country um dann irgendwann im Northern Territory anzukommen.

Bis dahin dauert es  aber noch ein paar Tage.

Seid erstmal gegrüßt von „on top - down under“ von

Ole, Klaus und dem Igeling